„MEIN SCHLOSS“ in der Brotfabrik Bonn

  • Mein Schloss von Jean Laurent Sasportes Autismus Wuppertal e.V.

Die Entdeckung der menschlichen und seelischen Architektur –

„MEIN SCHLOSS“ von JEAN LAURENT SASPORTES 

Gestern im Rahmen von SOMMERBLUT in der Kölner Orangerie – erneut zu sehen am 5.Juni um 20 Uhr in der Brotfabrik Bonn – Nachtkritik entstanden anlässlich der URAUFFÜHRUNG VON „MEIN SCHLOSS“ IM HAUS DER JUGEND in Wuppertal Barmen

Nach(t)besprechung von Klaus Dilger

MEIN SCHLOSS nennen die Tänzer und Musiker um Jean Laurent Sasportes ihr Tanztheaterstück zum Thema Autismus, das soeben im Theatersaal des Barmer Haus der Jugend seine zu Recht begeistert aufgenommene und erlebte Uraufführung feiern durfte.

Die Idee hierzu hatten, anlässlich des vierzigsten Geburtstages des Vereins Autismus Wuppertal | Düsseldorf-Bergisches Land e.V., Stephanie Roos-Zech, die sich seit vielen Jahren einen Namen gemacht hat, als unermüdliche „Katalysatorin“, Ermöglicherin und Koordinationsexpertin an der Schnittstelle von Kunst und gesellschaftlicher Relevanz, insbesondere auch im Zusammenhang mit aussergewöhnlichen Menschen, die sich nicht nach Schema „F“ einordnen und behandeln lassen, sowie der Choreograph und Pina Bausch Tänzer, der seit 1979 die Werke der grosssen Choreographin als Tänzer prägte und weltweit bei den Gastspielen des Wuppertaler Tanztheaters auf den Bühnen verkörperte. Sasportes war Wissenschaftler (studierter Mathematiker und Physiker), ehe er mit dreiundzwanzig Jahren beschloss Tänzer zu werden. Seit 1996 begann er nur noch als Gast für Pina Bausch zu tanzen und seine Karriere als Choreograph, Regisseur und Lehrer zu intensivieren.

Tanz Film Tanz Kritik Wuppertal

Das Ergebnis ist ebenso eindrucksvoll wie berührend, wenn hiermit die Schärfung unserer Wahrnehmung und unseres Verständnisses jenseits der Normen gemeint ist.

Feinfühlig und ohne Pathos erlauben uns die Protagonisten die Begegnung mit Menschen, die in ihrer eigenen Welt zu leben scheinen, die jedoch unzweifelhaft in der Unseren, der „Normalowelt“, stattfindet und uns allein schon deshalb etwas angeht. Teilweise humorvoll, ohne sich jemals lächerlich über etwas zu machen, wird uns vor Augen geführt, wie wenig wir doch über menschliche und seelische Architektur zu wissen scheinen, indem wir auf Mauern, aber auch Fenster und Türen treffen, wo wir im „täglichen Leben“ nur offene Plätze erwarten. Diese zu überwinden und zu öffnen bedarf es der adäquaten Schlüssel zu den individuell verschiedenen Schlössern, die die Türen und Fenster sichern. Patentrezepte scheint es hierbei nicht zu geben. Das kostet Zeit und Phantasie. Qualitäten und Güter die rar geworden sind, weil es hierzu Menschlichkeit und Klugheit bedarf.

Vielleicht hilft bei der Wiederentdeckung die (erneute) Lektüre von St.Excupéry’s „Der Kleine Prinz“ oder seit Heute, der Besuch von „Mein Schloss“!

Tanz Film Tanz Kritik Wuppertal

Viel Applaus für die Akteure auf und hinter den Bühnen und den Förderern, die dieses Projekt möglich gemacht haben:

Mein Schloss
Tanztheaterstück zum Thema Autismus

Künstlerische Leitung: Jean Laurent Sasportes | Musikalische Leitung: Testsu Saitoh |Mitwirkende: Chrystel Guillebeaud, Kenji Takagi, Chikako Kaido, Eri Fukahori, Ute Völker, Wolfgang Suchner, Naoki Kita, Tetsu Saitoh | Regieassistenz: Gesa Linnéa Hocke | Projektidee/Organisation Autismus Wuppertal/Düsseldorf-Bergisches Land e.V., Jean Laurent Sasportes, Stephanie Roos-Zech

Mit Unterstützung von Glücksspirale/WestLotto, Johannes-Rau-Stiftung, WSW Wuppertaler Stadtwerke, Stadtsparkasse Wuppertal, Kulturbüro der Stadt Wuppertal, Jackstädt-Stiftung, Cronenberger Werkzeugkiste, Stiftung Kalkwerke Oetelshofen, Deutsche Bank, Rotary Wuppertal
ANA, Japan Foundation, Barmenia und dem Haus der Jugend Wuppertal-Barmen

Tanz Film Tanz Kritik Wuppertal

Von |2018-05-23T08:54:00+00:0018. Mai, 2018|