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IMPRESSIONEN JAN MÖLLMER „TRY TO REMEMBER“

„Try to Remember“ von Jan Möllmer’s „Peculiar Man“ zu Gast in Krefeld

Am Wochenende ging die Reihe „First and Further Steps“ in der Krefelder Fabrik Heeder mit dem Gastspiel der Wuppertaler Compagnie PUCULIAR MAN und ihrer Produktion „Try to Remember“ erfolgreich zu Ende. Das NRW Mittelzentrum Tanz hat damit einen konsequenten und guten Schritt vollzogen, indem die Macher dieser Festivalreihe, Dorothee Monderkamp und Jürgen Sauerland-Freer, das bisherige Format „First Steps“ um die „nächsten“ (further) Schritte der Choreographen erweitert haben, die noch am Beginn ihrer Karriere stehen.

Für das Publikum ist dies ein Gewinn und für die Künstler sowieso, denn „alle Welt“ will stets immer das „Neue“ angeblich „Innovative“ und neue, unbedingt junge Gesichter obendrein. Da fällt der Choreographennachwuchs schnell ins performative Nichts, das hinter dem ersten Stück lauert.

Nicht so bei den Krefeldern, die seit Langem dafür bekannt sind, ihre Entdeckungen sorgsam und immer wiederkehrend auf einem weiteren Weg zu begleiten – Das ist gut so! Und so wird das talentierte Choreographen-Duo und die Tänzer um Tsai-Wei Tien (Tanztheater Wuppertal Pina Bausch) und Jan Möllmer (vormals Folkwang Tanz Studio) vermutlich auch nicht das erste und letzte Mal in der Fabrik Heeder zu Gast gewesen sein.

Unsere Video-Impressionen und Besprechung stammen aus der Uraufführung der Produktion in der Wuppertaler Börse zu Beginn des Jahres:

„Try to Remember“ begeistert gefeiert

Die Premiere restlos ausverkauft und trotz des angeblich schlimmsten Sturms seit elf Jahren über Deutschland, eine fast ausverkaufte zweite Aufführung in der Wuppertaler „Börse“! Ein Horrorwetter, das so recht passen wollte zu den fliegenden Zelten und den augenzwinkernden Hitchcock-Anleihen, die das Choreografen-Duo Jan Möllmer und Tsai-Wei Tien über den imaginären Campingplatz fegen liessen, der Schauplatz ihrer neuesten Kreation wurde.

Jeder Camper weiss, dass die Zeit in der freien Natur oder unter dem hauchdünnen Schutz einer Zeltplane andere Dimensionen birgt, als der häusliche Alltag. Und er weiss auch, dass diese in der Nachbetrachtung viel Raum geben für grosse, auch nostalgische Gefühle und gefühlte Abenteuer, die die Zeiten des Wartens und sogar der Langeweile leicht zu verdrängen vermögen. Auch dies erlebten die Zuschauer in der Aufführung von „Try to Remember“ mit, die wir mit der Kamera besucht hatten, ehe sie begeisterten Applaus spendeten.

Die Tänzer machen ihre Sache gut, wenn sie tanzen sogar sehr gut. Neben Damiano Ottavio Bigi und Freddy Houndekindo glänzt Petr Hastík obendrein noch mit beeindruckendem Sprachtalent. Dass Jan Möllmer in der Auswahl seiner Sounds und Musikarrangements den dramaturgischen „Bogen raus hat“, ist schon in seinen früheren Arbeiten aufgefallen und auch Jens Piske zaubert mit seinen Lichtstimmungen aus Wenig Viel.

Wuppertal besitzt im Tanz ein grosses Potential, auch jenseits des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch – vor und auf der Bühne!

Zur Vervollständigung der Videoimpressionen, hier die Ankündigung des Tanzabends:

Es sind Reisen an vergessene Orte und durch verschiedenste Zeiten. Unter dem Namen Peculiar Man schaffen Jan Möllmer und Tsai-Wei Tien fantasievolle Arbeiten. Möllmer, zahlreich ausgezeichneter Choreograf und Tien, Tänzerin im Ensemble des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch werden in der Börse Wuppertal ein Trio präsentieren.

Mit Try To Remember nimmt Peculiar Man den Zuschauer mit auf eine Reise, welche sich jedweder Logik von Zeit und Raum widersetzt. Ein Campingplatz wird Schauplatz eines mit Bildern und Erinnerungen gefüllten Universums. Hier ändern sich Tageszeiten in Sekunden, Zelte können fliegen und Schlafwandler beginnen zu tanzen. Möllmer und Tien widmen sich mit dieser Tanztheaterinszenierung dem Gefühl der Ungewissheit.
Fremd sein, heimatlos und zwischen den Welten. Wie fühlt sich das an?

Dieser Frage stellen sich die Tänzer Damiano Ottavio Bigi, Petr Hastík und Freddy Houndekindo auf der Bühne

Eine Produktion von Peculiar Man, koproduziert durch die börse. Gefördert durch das Kulturbüro der Stadt Wuppertal. Mit freundlicher Unterstützung der Jackstädt-Stiftung, der Taishin Bank Foundation of Arts and Culture, der Firma Knipex und der Stiftung Kalkwerke Oethelshofen.

Choreografie & Konzept: Jan Möllmer & Tsai-Wei Tien
Kreation & Performance: Damiano Ottavio Bigi, Petr Hastík, Freddy Houndekindo
Lichtdesign: Jens Piske
Sounddesign: Jan Möllmer
Fotografie & Design: Yixiao Cao

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Von | 2018-06-21T08:06:42+00:00 18. Juni, 2018|