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In seiner Originalität ein durchaus  imposanter Abend

Arno Schuitemakers „I will wait for you“ beim Festival „Move!“ in der Fabrik Heeder

Eine kurze Nachtkritik von Bettina Trouwborst

Mondbewohner? Unterwassermenschen? Oder Disco-Besucher in Trance? Die vagen Umrisse dreier Tänzer, die eng beieinander stehen, wirken schwerelos. Ganz sanft schaukeln ihre Schultern, ihre Gliedmaßen, ihre Leiber – wie Federn in einer lauen Brise. Ein leises, tickendes Geräusch dagegen drängt vorwärts. Doch nur millimeterweise bewegt sich das Trio im Raum. Eine knappe Stunde wird es dauern, bis die Dunkelheit vollständig dem Licht gewichen ist und die Gesichter dieser Tänzer-Persönlichkeiten klar zu erkennen sind. Ja, auch so kann man den Titel deuten: „I will wait for you“ des niederländischen Choreografen Arno Schuitemaker erobert sich Millimeter für Millimeter, Sekunde für Sekunde Raum und Publikum. Dabei verändert sich der Bewegungsfluss stetig, aber so minimal, dass man es kaum wahrnimmt. Die niederländisch-französische Koproduktion, zu Gast bei dem Festival „Move! 16. Krefelder Tage für modernen Tanz“ in der Fabrik Heeder, fällt aus dem Rahmen: kollektives Trance-Erlebnis statt ästhetischer Tanzkunst. In seiner Originalität ein durchaus  imposanter Abend, in seiner repetitiven Gleichförmigkeit allerdings phasenweise recht monoton.

 

Morgen folgt die ausführliche Besprechung

 

Von | 2017-11-10T23:02:09+00:00 10. November, 2017|