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SHIVER eröffnet das Festival Move! in Krefeld

SHIVER – Eröffnung des 17. Festivals Move!

Cie Nicole Seiler aus Lausanne/Schweiz eröffnet das Festival Move! 17. Krefelder Tage für modernen Tanz in der Fabrik Heeder

Von Bettina Trouwborst

Die Eröffnung des 17. Festivals Move! war verbunden mit einem schwerwiegenden Abschied: Es ist die letzte Edition der Krefelder Tage für modernen Tanz, die Jürgen Sauerland-Freer als Chef des Kulturbüros verantwortet. Fast 30 Jahre hat er die zeitgenössische Tanzkunst in Krefeld – und durch seine Mitgliedschaft in diversen NRW-Gremien auch landesweit – gefördert. Hat ein Publikum herangezogen und immer weitergebildet. Mit den bescheidenen Mitteln, die dem Kulturbüro zur Verfügung standen und stehen, hat er Ensembles aus Nordrhein-Westfalen und wechselnden Gastländern mit ihren unterschiedlichen Ästhetiken und Stilen präsentiert und Krefeld zu einem kleinen, aber wichtigen Hotspot der Tanzkunst gemacht. Wer immer ihm folgt, er möge sein Werk fortsetzen. Zur Eröffnung des Festivals in der Fabrik Heeder machte Sauerland-Freer der Tanzkunst in seiner Rede eine fundierte Liebeserklärung und betonte ihre Bedeutung in unserer Zeit der Grenzüberschreitungen und Entgrenzungen. HIER geht es zur vollständigen Eröffnungsrede auf unserer Videoseite

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Wie innovativ und und überraschend vielseitig diese Kunstform ist, zeigte das Gastspiel der Cie. Nicole Seiler aus Lausanne/Schweiz. Ihre bereits weit gereiste Produktion „Shiver“ (2014) ist eine schmunzelnde Hommage an den Horrorfilm. Technisch höchst ambitioniert, spielt sie mit raffinierten Projektionen auf den tanzenden Körpern.

Stockfinster ist es eine knappe Stunde lang, damit das Licht, das die Tänzer wie ein Kostüm gekleidet, seine fantastischen Effekte entfalten kann: Wie eine Kreidezeichnung mit illuminierenden Konturen wirkt eine Gruppe von schwarz-weißen Gestalten. Erst kauern die Tänzer lange zusammen, bevor sie sich über die Bühne bewegen.

Nein, wirkliche Schauder jagt einem „Shiver“ nicht über den Rücken. Auch wenn sich das Stück mit unheimlichen Off-Stimmen, dramatischen Sounds und anderen schrillen akustischen Effekten alle Mühe gibt, eine gruselige Atmosphäre zu erzeugen. Vielleicht liegt es daran, dass eine schaurig-schöne Szene an die nächste montiert wird – ohne den Hauch einer Handlung. So fasziniert Seiler zwar durch ihre handwerkliche Kunst, doch ist  sie so greifbar wie ein Phantom.

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Von | 2018-10-07T11:46:35+00:00 6. Oktober, 2018|