Eszter Salamon
›MONUMENT 0.6: HETEROCHRONIE / Palermo 1559 – 1920‹

Koproduktion / Uraufführung mit PACT Zollverein am 6. und 7.Dezember jeweils 20 Uhr

“SIZILIEN UND DIE SPUREN DER VERGANGENHEIT” – ESZTER SALAMON SETZT ›MONUMENT‹-REIHE FORT

Wie verweben sich einzelne Geschichten zu Geschichte? Und welchen Nachklang finden einschneidende Ereignisse in der Kultur? 2014 begann die Choreographin Eszter Salamon unter dem Titel ›MONUMENT‹ an einer Reihe zu arbeiten, die den Umgang mit Monumenten und die Praxis der ›Neuschreibung‹ von Geschichte und Tanzgeschichte untersucht. Mit ›MONUMENT 0.6: HETEROCHRONIE / Palermo 1559-1920‹ präsentiert sie nun eine neue Arbeit der vielbeachteten Serie als Uraufführung.

Eszter Salamon begreift in ihrer Praxis Choreographie als Möglichkeit, zwischen verschiedenen Medien wie Sound, Text, Stimme, Bild, Bewegung und Aktion zu navigieren. Ihre Recherchen für ›MONUMENT 0.6: HETEROCHRONIE / Palermo 1559-1920‹ (06.12. & 07.12.) führten sie nun nach Sizilien. Im jüngsten Werk der ›MONUMENT‹-Serie, mit der die Choreographin international tourte und auf zahlreichen Festivals vertreten war, erforscht sie Momente des Umbruchs, ebenso wie den kulturellen Umgang mit Leben und Tod. Dabei knüpft sie Verbindungen zwischen den Erinnerungen an die sizilianische Revolution 1848, der daraus hervorgegangenen Musik und den Mumifizierungsritualen, die in der Kapuziner-Katakomben Palermos praktiziert wurden. Während sie die eindrucksvollen Lieder der sizilianischen Revolution singen, lassen die acht Performer*innen auf der Bühne ein imaginäres Feld zwischen Vergangenheit und Gegenwart entstehen. ›MONUMENT 0.6: HETEROCHRONIE / Palermo 1559-1920‹ imaginiert ein Kontinuum zwischen Leben und Tod, ein Zusammenleben der Lebenden mit den Toten und erschafft daraus einen eigenen utopischen Körper in Gestalt eines tanzenden, akustischen Körpers. Durch das Übereinanderlegen verschiedener historischer Zeitstränge, Praktiken und Erinnerungen ruft Salamons ›A-Cappella-Oper‹ Erinnerungen an vergangene kollektive Kämpfe auf und fragt, welche Formen von Widerstand oder Transformationswünschen uns heute inspirieren.

Eszter Salamon zeigt ihre Soli und Gruppenarbeiten international in Theatern und Museen sowie im Rahmen von Festivals. Ihre Produktionen waren im Centre Pompidou (Paris), dem Museum of Modern Art (New York) und dem Witte de With (Rotterdam) zu sehen, ebenso wie auf der Ruhrtriennale, dem Kunstenfestivaldesarts (Brüssel), dem steirischen herbst (Graz), Tanz im August (Berlin) und an zahlreichen Theatern, wie dem Tanzquartier Wien oder Kampnagel (Hamburg). Bei PACT zeigte Eszter Salamon u.a. ›MONUMENT 0: HAUNTED BY WARS (1913-2013)‹ im Rahmen der Ruhrtriennale 2014 und 2015 die Uraufführung des zweiten Stückes ihrer ›MONUMENT‹-Serie, ›MONUMENT 0.1: Valda & Gus‹, sowie den dritten Teil ›Wars & Dances‹ 2017 im SANAA-Gebäude auf Zollverein. Im Rahmen der Tanzplattform in Deutschland 2018 zeigte sie ›MONUMENT 0.5: The Valeska Gert Monument‹.

Auswahl-Heterochronie-1-Eszter-Salamon-©Philippe-Lebruman

Auswahl-Heterochronie-1-Eszter-Salamon-©Philippe-Lebruman