Tanztheater Wuppertal Pina Bausch mit Masurca Fogo

DER TANZ AUF DEM VULKAN…?

Unsere Videoimpressionen von MASURCA FOGO von Pina Bausch, dessen Wiederaufnahme am vergangenen Wochenende in der Wuppertaler Oper gefeiert wurde und die noch bis zum 1.Februar dort zu sehen sein wird.

Ein Stück, das leicht und oft unterschätzt wird, das zweifellos ungewöhnliche Längen aufzuweisen hat, das aber so viele Ebenen berührt, als wäre es ein Stück zu unserer Zeit –

Wir leben in einer schrecklichen, düsteren, ernsten und beängstigenden Zeit. Ich versuche, dem ein wenig Gleichgewicht, ein wenig Ausgleich entgegenzusetzen.“ Pina Bausch, während der Proben

Beinahe achtundzwanzig Jahre nach dessen Premiere wird sichtbar, was selbst mit Pina Bausch unvermeidlich gewesen wäre: Veränderung. Viele der prägenden Tänzerinnen und Tänzer der ersten Generation sind heute weit über sechzig, viele der Co-Schöpferinnen und -schöpfer der Arbeit längst nicht mehr in der Compagnie. Der Generationenwechsel ist keine Option mehr, sondern Realität geworden und seit der letzten Präsentation vor beinahe acht Jahren, weiter vorangeschritten.

Die Tänzerinnen und Tänzer agieren mit einer selten zuvor gesehenen Vehemenz, Spielfreude und Wucht, gepaart mit  technischer Präzision und Virtuosität. (Einstudierung Rainer Behr, Azusa Seyama und Robert Sturm)  Eine fortschreitende Veränderung in der Compagnie, auf die wir an anderer Stelle eingehen wollen.

MASURCA FOGO ist eines der zwiespältigsten Stücke von Pina Bausch und auch ihres kongenialen Bühnenarchitekten Peter Pabst, der hier einerseits einen grossartigen Raum entwirft zwischen Ausstellungshalle und Strand und einem Strom aus Lava (aus dem Vulkan FOGO der Cap Verdischen Insel?), der offensichtlich auf dem Weg ins Meer erkaltet ist und nun diversen Badenixen zum Sonnenbad dient.

Aber Pabst bedient sich andererseits auch Videoeinspielungen von Reiseerinnerungen, die er über den ganzen Bühnenraum projizieren lässt, die aus heutiger Sicht naiv, fast dilletantisch wirken. Das Schlussbild, eine minutenlange Abfolge sich öffnender Blumen, während die Compagnie in Paarkonstellationen, mehr oder weniger reglos, auf dem Boden liegen wird, während  „All I need is the air that I breathe“ von den Hollies aus den Boxen träufelt, gehört zu den unerquicklichsten Momenten, die man je in einer Bausch-Arbeit ertragen musste.

Ausführliches Feedback folgt.

Masurca-Fogo_Pina-Bausch©TANZweb.org_Klaus-Dilger

Masurca-Fogo_Pina-Bausch©TANZweb.org_Klaus-Dilger