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STUDIO BONN
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„A Mentsh is a Mentsh“

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Die neue Gesprächsreihe mit Nicole Deitelhoff und Meron Mendel
Kunst und Kultur nach dem 7. Oktober 2023

Veranstaltungshinweis 


Mittwoch, 17. Januar 2024, 19.00 Uhr 
Live im Forum der Bundeskunsthalle und im Livestream unter studiobonn.io

Nicole Deitelhoff und Meron Mendel diskutieren mit Bracha Lichtenberg Ettinger, Hito Steyerl und Johanna Adam über den Umgang mit Antisemitismus, Rassismus und Post-Kolonialismus. In einem Bühnenbild von Naneci Yürdagül.

Der islamistische Terror und Krieg in Nahost belasten auch das gesellschaftliche Klima in Deutschland und Europa. Antisemitische Vorfälle häufen sich – selbst in künstlerischen und wissenschaftlichen Kontexten wie jüngst an der UdK und FU Berlin oder schon 2022 der documenta fifteen.

Paradoxerweise wird sich dabei nicht selten auf die Perspektive derjenigen berufen, die ihrerseits Unrecht und Leid erfahren haben. So werden an sich emanzipatorische Ansätze des Anti-Rassismus und Post-Kolonialismus bemüht, israelkritische oder gar offen judenfeindliche Positionen zu vertreten. Und als ob dies nicht schon verwirrend genug wäre, wird überall dort, wo um Mäßigung gebeten und radikalen Positionen widersprochen wird, allzu schnell der Vorwurf der Zensur erhoben – mitunter um das „unterdrückerische“ Gegenüber gleich darauf wieder zu attackieren oder wie an der UdK einfach niederzubrüllen. Nicht zuletzt wird das Schweigen selbst als Ignoranz gegenüber dem Leiden der Opfer auf der einen oder anderen Seite beargwöhnt. Es ist also kompliziert geworden.

Auch in der Kunst und Kultur werden diese Probleme zunehmend offenbarer. Doch wie soll man nun mit all dem umgehen? Wie soll man all diesen Konflikten und Sensibilitäten, realen und imaginierten Verletzungen, Unschärfen und Widersprüchen begegnen? Reicht eine „Antisemitismus-Klausel für die Kulturförderung“, wie sie gerade der Berliner Kultursenator eingeführt hat? Oder liegt das Problem tatsächlich sehr viel tiefer in einer Verschiebung des Diskurses in der Mitte der bürgerlichen Gesellschaft? Wie lässt sich angesichts dieser Situation eine öffentliche Debattenkultur pflegen, die den Ansprüchen einer freien, offenen, demokratischen Gesellschaft gerecht wird? Mit anderen Worten: Wie können wir inmitten dieses Dilemmas halbwegs integer miteinander reden und zusammenwirken? Von Mensch zu Mensch?

Der Titel der Reihe ist der Arbeit Ohne Titel – a mentsh is a mentsh des Künstlers Naneci Yürdagül entliehen. Yürdagül gestaltet für die Serie Bühnenbild und Plakate.

Bracha Lichtenberg Ettinger, 1948 in Tel Aviv geboren, ist Künstlerin, Theoretikerin und Psychoanalytikerin. Sie trat im November 2023 aus der Findungskommission für die künstlerische Leitung der documenta 16 aus, nachdem ihrer Bitte nicht entsprochen worden war, angesichts des Kriegs in Israel und Gaza den Findungsprozess zu verlangsamen.

Hito Steyerl ist Künstlerin, Filmemacherin und Autorin. Sie zog 2022 wegen der unzureichenden Aufklärung der Antisemitismus-Vorfälle ihre Arbeit von der documenta fifteen zurück.

Johanna Adam ist seit 2013 Kuratorin an der Bundeskunsthalle. 2023 kuratierte sie mit Lynhan Balatbat-Helbock und Dan Thy Nyguen die Ausstellung Wer wir sind. Fragen an ein Einwanderungsland. Dort waren unter vielen anderen auch Arbeiten von Hito Steyerl und Naneci Yürdagül zu sehen.

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