Pina Bausch Zentrum:

Bettina Milz wird inhaltliche Koordinatorin der Vorlaufphase

Chronologie einer Ernennung

Am 17.Juni 2021 veröffentlichte die Stadt die Ankündigung der Ausschreibung für das Pina Bausch Zentrum:

“Die Ausschreibung startet kurzfristig, bis Ende August soll die Stelle besetzt sein: Die Stadt sucht für die Koordination aller inhaltlichen Prozesse, die auf dem Weg zum Pina Bausch Zentrum anstehen, Verstärkung.”

Bewerbungsschluss für diese Stelle, die am 1.Oktober 2021 angetreten werden sollte, war der 1.August 2021. Geplante Bekanntgabe der Stelleninhaber(in) war Ende August 2021

„Das Pina Bausch Zentrum wird künftig entscheidender Motor für Kultur und Stadtentwicklung in Wuppertal sein. Nicht nur als international beachteter Ort der Hochkultur, sondern auch als Ort der Begegnung und des Austausches für die gesamte Stadtgesellschaft. Das Zentrum wird entscheidender Verhandlungsort für viele Transformationsprozesse unserer Stadt sein“, so Oberbürgermeister Uwe Schneidewind.

Moderation, Steuerung und Roadmap

Die ausgeschriebene Stelle der inhaltlichen Koordination wird beim Tanztheater Wuppertal Pina Bausch angesiedelt, das zur zukünftigen Betriebsgesellschaft des Pina Bausch Zentrums weiterentwickelt werden soll. Zu den Kernaufgaben der Koordinatorin beziehungsweise des Koordinators zählen die Moderation und die Steuerung des Gesamtprozesses unter Einbeziehung aller internen und externen Akteure wie der freien Kulturszene.

„Außerdem wird eine entscheidende Aufgabe die Entwicklung eines Fahrplans sein, der der bis 2027 dauernden Vorlaufphase einen Rahmen geben und als Grundlage der Mittelbeantragung dienen soll. Dafür brauchen wir die richtige Person, die sowohl inhaltliche Impulse geben als auch die anspruchsvollen Vorlaufprozesse koordinieren kann“, erläutert Stadtdirektor Dr. Johannes Slawig. Die Vorlaufphase ist ein über mehrere Jahre angelegter dynamischer Prozess, in dem sämtliche Fragestellungen zum Pina Bausch Zentrum diskutiert und erarbeitet werden. Außerdem soll das inhaltliche Konzept des Zentrums aktualisiert und konkretisiert werden.

Gemeinsam mit der Pina Bausch Foundation und dem Tanztheater Wuppertal Pina Bausch hat die Stadt Wuppertal zur inhaltlichen, strukturellen und organisatorischen Vorbereitung sowie Vernetzung und Sichtbarkeit des Pina Bausch Zentrums bis zur geplanten Eröffnung in 2027 einen als „Vorlaufphase“ bezeichneten, dynamischen Prozess initiiert. Hierfür sind entsprechende Ziele definiert, die über bereits festgelegte sowie noch zu entwickelnde Maßnahmen erreicht werden sollen. Für die Entwicklung, Moderation, Koordination sowie Umsetzung und Begleitung der Vorlaufphase wird ein/e inhaltliche/r Koordinator/in (m/w/d) gesucht.

Nachgefragt…

Ungewöhnlicher Weise wurde aus der Ausschreibung kein Organigramm ersichtlich, also wer gegenüber der oder den Inhaltlichen Koordinator_in(nen) weisungsbefugt ist und wie hoch das Honorar sein wird, sei es nun im Angestelltenverhältnis oder als Dienstleistungsvertrag. Deshalb hatten wir im Projektbüro des PBZ nachgefragt und die Information erhalten:

Die Vorlaufphase wird von einem Gremium bestehend aus Vertretern der Zuwendungsempfänger und Zuwendungsgeber begleitet. Dieses entscheidet über die inhaltliche Ausgestaltung der Vorlaufphase. Das Gremium steht der/dem inhaltlichen Koordinator/in vor.

Die Honorarhöhe wird von vielerlei Faktoren beeinflusst (Einzelperson, Team, Festanstellung, Dienstleistungsvertrag, Umsetzungsskizze etc.), so dass die Festlegung und Kommunikation eines konkreten Betrages nicht möglich ist. Finanziert wird die Stelle ausschließlich mit Mitteln, die von der Bundesrepublik Deutschland, dem Land NRW und der Stadt Wuppertal für die Vorlaufphase des Pina Bausch Zentrums zur Verfügung gestellt werden.

Ein wichtiger Teil dieses Gremiums, nämlich die Intendanz des Tanztheater Wuppertal Pina Bausch, wurde wenige Tage zuvor, am 21.Oktober, bekanntgegeben:

Die Findungskommission schlägt einstimmig Boris Chamatz als neuen künstlerischen Leiter vor (wie berichteten: HIER geht’s zum Artikel)

Dieser Findungskommission gehörten unter dem Vorsitz von Bürgermeister Heiner Fragemann, Dr. Rolf-Jürgen Köster (Stadt, Aufsichtsrats-Mitglied), Bruno Heynderickx (Hessisches Staatsballett Darmstadt Wiesbaden), Claire Verlet (Programmleitung Tanz, Théâtre de la Ville, Paris), Ruth Amarante und Christopher Tandy als Tänzer*innen und gewählte Ensemble-Vertreter*innen sowie Bettina Milz vom Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen an.

Fünf Tage später nun die Bekanntgabe von Bettina Milz als Koordinatorin der Vorlaufphase des Pina Bausch Zentrums

Auszug aus der Pressemitteilung:

Für die Vorlaufphase des Pina Bausch Zentrums in Wuppertal ist eine inhaltliche Koordinatorin und Leiterin berufen worden: Die Dramaturgin, Kuratorin und Dozentin Bettina Milz, zuletzt Referatsleiterin für Theater und Tanz im Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, wurde am Dienstag, 26. Oktober 2021, in der Sitzung der Wuppertaler Ratskommission zur Begleitung und Steuerung des Projektes Pina Bausch Zentrum vorgestellt.

Mit dem Pina Bausch Zentrum soll an der wichtigsten Wirkungsstätte der weltberühmten Choreografin, dem denkmalgeschützten Wuppertaler Schauspielhaus, ein international bedeutsamer Kunst- und Kulturort entstehen. Der herausragende Theaterbau von Gerhard Graubner wird mit einem flexiblen und nachhaltigen Neubau verbunden. Ermöglicht wird das Zentrum durch einen Bundeszuschuss von rund rd. 40 Millionen Euro sowie Mitteln von Stadt und Land. Inhaltlich wird das von Stefan Hilterhaus, PACT Zollverein, im Auftrag von Stadt und Land konzipierte Zentrum durch vier zentrale Handlungsfelder getragen:

  • das Tanztheater Wuppertal Pina Bausch,
  • die Pina Bausch Foundation mit dem Pina Bausch Archiv,
  • internationale Produktion und Kooperation sowie
  • ein Labor für partizipative Arbeitsformen.

Um das Pina Bausch Zentrum bis zu seiner geplanten Eröffnung im Jahr 2027 strategisch, inhaltlich, strukturell und organisatorisch vorzubereiten, zu vernetzen, sowie sichtbar zu machen, hat die Stadt Wuppertal gemeinsam mit der Pina Bausch Foundation und dem Tanztheater Wuppertal Pina Bausch und mit der finanziellen Unterstützung von Stadt, Land und Bund einen als Vorlaufphase bezeichneten dynamischen Prozess initiiert, der von Bettina Milz geleitet wird.

Aufgabe von Bettina Milz ist es nun, diese Vorlaufphase mit allen beteiligten Partnern zu gestalten, die Konzeption weiter zu vertiefen und die Planung strategisch zu leiten. Die Stelle ist beim Tanztheater Wuppertal Pina Bausch angegliedert. Bettina Milz ist Ansprechpartnerin für alle an der Vorlaufphase beteiligten Akteure bei Stadt, Land und Bund. Insbesondere geht es auch darum, das Zentrum mit der Stadtgesellschaft und regionalen, nationalen und internationalen Partnern zu vernetzen und als dynamischen Ort im Transformationsprozess der Stadt zu verankern.

Bettina Milz zu ihrer neuen Aufgabe

„Das Pina Bausch Zentrum soll ein Labor für die Künste und für den Transformationsprozess der Stadt werden: auf der Basis der Tradition ein Ort für das Neue in der Kunst wie in der Gesellschaft. Im Zentrum stehen der Tanz und die Bewegung“, so Bettina Milz. „Erstmals in der Geschichte wird ein großes Kunst- und Kulturzentrum der Arbeit einer herausragenden Choreografin oder eines Choreografen gewidmet. Das Werk von Pina Bausch ist ein internationales Kulturerbe. Über zwölf Jahre hat das Ensemble Enormes geleistet und die Meisterwerke auf den Bühnen der Welt getanzt und wird dies weiter tun. Mit Boris Charmatz als neuem Intendanten wird das Tanztheater ins 21. Jahrhundert aufbrechen, neue Werke werden geschafen und zugleich wird das Repertoire erfahrbar bleiben. Das Pina Bausch Zentrum soll den zukünftigen Rahmen bilden: für das Ensemble, das Archiv, für internationale Partner und innovative Formen der Teilhabe. Ich freue mich sehr auf die Aufgabe, dieses national herausragende Bauvorhaben bis zur Eröffnung strategisch und inhaltlich im Team zu koordinieren.“

Stadtdirektor Johannes Slawig, der das Projekt Pina Bausch Zentrum leitet, freut sich sehr über die Berufung. „Mit Bettina Milz gewinnen wir eine hervorragende Fachfrau und Führungskraft. In ihren bisherigen Funktionen hat sie bewiesen, dass sie fachliche Kompetenz mit Führungsstärke und Überzeugungskraft verbinden kann. Das Bettina Milz ihre Position im Ministerium aufgibt und sich voll der neuen Leitungsaufgabe widmet, zeigt die Bedeutung dieses Projektes für Land und Stadt und unterstreicht die überregionale Ausstrahlung für Kultur und Stadtentwicklung.“

Copyright Thomas Rabsch

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