Videoimpressionen UNDERGROUND VII – MY BODY REMEMBERS

Lee Yanor / Ruth Amarante

My Body Remembers

Den Abschluss von UNDERGROUND VII bildete die gemeinsame Arbeit von Ruth Amarante mit der in Israel geborenen Künstlerin, Filmemacherin und Fotografin Lee Yanor, die vielen Anhängern der grossen Wuppertaler Choreografin durch die Realisation eines aussergewöhnlichen filmischen Portraits über Pina Bausch bekannt sein dürfte, das im Jahr 2006 entstanden ist.

Die Videoinstallation, die den Rahmen für Amarantes Solo mit dem Titel „My Body Remembers“ bildete, war ebenfalls bereits in der installativen Ausstellung an zwei vorausgegangenen Wochenenden im Skulpturen-Park Waldfrieden zu sehen, allerdings in einem wesentlich kleineren, intimeren Format dreier Tablet-Monitore.

Ruth Amarante&Lee Yanor_My Body RemembersUNDERGROUND-VII@TANZweb_Klaus-Dilger

Ruth Amarante&Lee Yanor_My Body [email protected]_Klaus-Dilger

Entstanden ist sie im Jahre 2019 und wurde gefilmt in den Ruinen des „Eden“, dem ersten Kino in Tel Aviv. Dort begaben sich die Künstlerinnen auf eine Spurensuche, die das Echo auslotete, die Erinnerungen in verlassenen Orten auszulösen vermögen, seien diese organisch oder architektonisch, wenn mit ihnen eine Relevanz verbunden ist, die eine entsprechende Resonanz zu erzeugen vermag. Lee Yanors Bilder sind Licht, Bewegung, Tanz, sie bilden nicht ab, sie halten nicht fest, auch nicht und erst recht nicht, wenn sie dem Tanz Amarantes eine neue räumliche Freiheit und zusätzliche Dimension verleihen.

Die beiden Künstlerinnen haben sich entschlossen, bei der Aufführung diese Ebenen nicht zu vermischen, vielleicht aus der Befürchtung heraus, das Eine könnte des Anderen Hintergrund werden, oder die Ebenen könnten einander nicht durchdringen, ist doch das filmische Werk, das auf den Austausch und die Bewegung zwischen den drei Leinwänden angelegt ist, bereits ein in sich geschlossenes Werk.

So war Ruth Amarantes, nur ganz minimalistisch beleuchteter Tanz, etwas Beschwörendes, Rituelles, Schamanenhaftes, das den geistigen Raum öffnete, sich in diese Installation hinein fallen zu lassen. Loszulassen.

Amarante ist eine wundervolle, fast jugendlich erscheinende Tänzerin, die man gerne viel häufiger auf der Bühne sehen möchte, nicht nur in den Stücken von Pina Bausch. Auch sie hat hier gezeigt, wie alle Kolleginnen und Kollegen in diesem erinnerungswürdigen Abend zuvor: sie sind ganz herausragende, eigenständige und hochkreative Künstler- und Tänzerpersönlichkeiten!

Ruth Amarante&Lee Yanor_My Body RemembersUNDERGROUND-VII@TANZweb_Klaus-Dilger

Ruth Amarante&Lee Yanor_My Body [email protected]_Klaus-Dilger

Die Künstlerin, Filmemacherin und Fotografin Lee Yanor, Realisatorin eines der berührendsten, unkonventionellsten filmischen Portraits über Pina Bausch, entstanden 2006 entwickelte mit der Tänzerin Ruth Amarante eine Tanz-Videoinstallation auf 3 HD Splitscreen und ein Tanzsolo. Auf den Spuren kontroverser Innenansichten zwischen Verlassenheit, Angst und Kontrollverlust einerseits und Freiheit andererseits.

Yanor, geboren in Haifa in Israel, verbindet in ihren Video-Installationen, Hologrammen und Zeichnungen bildende Kunst, Fotografie, Tanz, Musik und Ton mit neuen Technologien. Der projizierte Film entstand in den Ruinen des ersten Kinos in Tel Aviv, Eden, gefilmt 2019.

Künsterische Leitung Bettina Wagner-Bergelt

UNDERGROUND VII at the Skulpturenpark Waldfrieden on October 5TH AND 6TH November 2/3

Exhibitions, installations and performances by and with dancers from the Tanztheater Wuppertal Pina Bausch and guests at Tony Cragg’s sculpture park Waldfrieden

Lee Yanor / Ruth Amarante

The visual artist, filmmaker and photographer Lee Yanor, creator of one of the most moving and most unconventional filmic portraits of Pina Bausch (Coffee with Pina, 2006), developed a 3-D video installation, split-screen film and solo piece with the dancer Ruth Amarante. The works follow a controversial trail of inner states, ranging from abandonment, fear and loss of control on the one hand, to freedom on the other.
Yanor was born in Haifa, Israel, and combines fine art, photography, dance, music and sound with new technologies in her video installations, holographs and drawings. The video projection was filmed in 2019, shot in the ruins of the first cinema in Tel Aviv, Eden.

Artistic Direction Bettina Wagner-Bergelt