Michiel Vandevelde
“Andrade”

Im Rahmen des DNA Wochenendes auf PACT Zollverein – 29.04. um 18 Uhr

  • Deutschlandpremiere
  • Im Rahmen des DNA Weekend

»But we never permitted the birth of logic among us.«

Oswald de Andrade (Anthropophagisches Manifest)

Vor dem Hintergrund des europäischen Kolonialismus schrieb der brasilianische Schriftsteller Oswald de Andrade 1928 sein ›Anthropophagisches Manifest‹ – das Menschenfresser-Manifest. Es richtet sich gegen die vermeintlich humanistische, aber letztlich exotisierende Trennung von eigener und fremder Kultur und verlangt: »Statt das Fremde wegzuschieben, das Fremde zu fressen.« Michiel Vandevelde fragt, welche Einflüsse in der westlichen Mediengesellschaft auf uns wirken. In dem Versuch, die westliche Kultur mit Blick auf Andrade’s Manifest neu zu denken, verleibt er sich Versatzstücke aus YouTube-Clips, Popmusik und choreographischem Material aus früheren Produktionen ein. Das Ergebnis ist ein intimes, explosives Solo. Aber die zentrale Frage bleibt: Wer isst und wer wird gegessen?

Die Aufführung ist eine von drei Shows, die an diesem Wochenende im Rahmen von Depatures and Arrivals (Tanz / Performance) gezeigt werden.

[DNA] Departures and Arrivals ist ein Zusammenschluss europäischer Institutionen, deren gemeinsames Ziel in der Förderung und Weiterentwicklung des zeitgenössischen Tanzes in Europa liegt.

»But we never permitted the birth of logic among us.«

Oswald de Andrade (Anthropophagic Manifest)

Written by the Brazilian poet and polemicist Oswald de Andrade in 1928, Manifesto Antropófago (Cannibalist Manifesto), is a critique of the supposedly humanistic, yet ultimately exotisizing distinction between domestic and foreign cultures. In an intimate and explosive solo that attempts to reappraise Western culture with reference to Andrade’s manifesto, Michiel Vandevelde mixes video clips, advertising and choreographic and music material from his own previous productions. Yet the crucial question remains: who eats and who gets eaten?